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Saturday, May 30, 2015

Karl Mühlmeister: Illustrationen zu Tausend und einer Nacht

Karl (Rudolf Gustav) Mühlmeister (1876 - 1942 ?1945) war der Sohn des aus Detmold stammenden Zeichners und Lithographen Wilhelm Mühlmeister und dessen Frau Wilhelmine Brühling.
Der hochbegabte Maler und Illustrator war bis zu seinem Lebensende in München tätig und Mitglied des Süddeutschen Illustratorenbundes.



"Karl Mühlmeister war sicherlich einer der produktivsten und talentiertesten Illustratoren von Kinder-und Jugendliteratur in Deutschland im frühen 20. Jahrhundert. Es handelt sich um Entwürfe und Aquarelle zu Märchen, Sagen und Abenteuergeschichten wie Lederstrumpf von James Fenimore Cooper, oder andere Kinder-und Jugendliteratur wie Johanna Spyris Heidi. Mühlmeister arbeitete in München, bis um 1942 und war Mitglied der "Süddeutschen Illustratorenbund".  Das Datum seines Todes ist leider unbekannt. Was bleibt, ist sein Werk, und vor allem seine Aquarelle sind von einer faszinierenden zarten Schönheit. ...  Mühlmeister's leuchtend farbige Landschaften zaubern die Atmosphäre des ganzen Bildes, sie sind "Stimmungslandschaften", in dem die Protagonisten agieren, nehmen Sie die Geschichten statt.  Auch wenn die dargestellten Personen oft sehr klein sind im Gegensatz zu ihrer Umgebung, sie sind nicht nur Zweck (wie von der Tradition der Landschaftsmalerei bekannt), sondern ebenso wichtig wie die Landschaft selbst: sie bilden ein einheitliches Ganzes, das Einblick gibt in die magisch-fiktive Welt der dargestellten Geschichte."   Aus:http://www.detlef-heinsohn.de

Karl Mühlmeister was certainly one of the most productive and talented illustrators of children's literature in Germany in the early 20th century. There are designs and watercolours to fairy tales, sagas, and adventure stories such as The Leatherstocking Tales by James Fenimore Cooper, or other children's literature like Johanna Spyri's Heidi.
About the artist himself is unfortunately very little known. He was born in Hamburg in 1876, lived and worked in Munich until around 1942 and was a member of the "Süddeutsche Illustratorenbund". Where he studied and who his teachers were, is as unknown as the date of his death. What remains is his work, and especially his watercolours are of an intriguing delicate beauty. I am rather convinced that there might have been an influence by the work of Willy Pogány (1882-1955) whose watercolours show a similar concept of landscape and understanding for colours.
Mühlmeister's luminously coloured landscapes conjure up the atmosphere of the whole picture, they are "Stimmungslandschaften" in which the protagonists act, the stories take place. Even though, the depicted persons are often rather small in contrast to their surroundings, they are not for accessory purpose only (as known from the landscape painting tradition) but are as important as the landscape itself: they form a unified whole that gives insight into the magical-fictive world of the illustrated story.

Frontispiz




Der Fischer und der Geist



Ali Baba und die vierzig Räuber


Aladdin und die Wunderlampe






Die Geschichte vom kleinen Buckligen


Hassan der Seiler


Das Orakel des Scheichs



Sindbad der Seefahrer





Die neidischen Schwestern



Geschichte Königs Agibs des Einäugigen


Das Zauberpferd



Asem und die Geisterkönigin




Prinz Achmed und die Fee Paribanu





Der Oliventopf




Wie man anhand der unten abgebildeten Buchdeckel sieht, schuf Mühlmeister neue Deckelbilder für die verschiedenen Buchausgaben.
Es ist erstaunlich, dass trotz der zahlreichen Buchillustrationen von Karl Mühlmeister  keine Fotos des Künstlers zu finden sind. Wahrscheinlich wurden diese Dokumente im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges vernichtet.




Weiteres Material über von Mühlemeister illustrierte Bücher findet man unter:


Thursday, May 28, 2015

Otto Ubbelohde: Illustrationen zu Deutsche Sagen der Brüder Grimm, Part 2


Der Gemsjäger
...stand plötzlich ein hässlicher Zwerg vor ihm, der sprach zornig: "Warum erlegst du mir lange schon meine Gemsen und lassest mir nicht meine Herde? Jetzt sollst du's mir mit deinem Blute bezahlen!"
...Da stieg er auf, und nicht lange, so erblickte er einen stolzen Leitbock, legte an und zielte. Und als ihm nirgends der böse Zwerg erschien, wollte er eben losdrücken, da war der Zwerg hinterhergeschlichen und riss den Jäger am Knöchel des Fusses nieder, dass er zerschmettert in den Abgrund sank.

 Der Schäfer und der Alte aus dem Berg
Einmal, als es eben Abend werden wollte, trat ein greiser Mann zu ihm und sprach: "Folge mir, so will ich dir die Schätze zeigen, davon du dir nehmen kannst, soviel du Lust hast."

Die Jungfrau mit dem Bart
An dieser Kirche ist als Beiwappen oder Zeichen der Stadt in Stein ausgehauen eine gekreuzigte Nonne, vor welcher ein Mann mit einer Geige kniet, der neben sich einen Pantoffel liegen hat.

Der Krämer und die Maus
Vor langen Jahren ging ein armer Krämer durch den Böhmerwald gen Reichenau. Er war müde geworden und setzte sich, ein Stückchen Brot zu verzehren, das einzige, was er für den Hunger hatte. Während er ass, sah er zu seinen Füssen ein Mäuschen herumkriechen, das sich endlich vor ihm hinsetzte, als erwartete es etwas.

Notburga
Als sie auf der Höhe waren, rauschten die Blätter, und ein schneeweisser Hirsch kam herzu und stand neben Notburga still. Da setzte sie sich auf seinen Rücken, hielt sich an sein Geweih und ward schnell von ihm fortgetragen. Der Diener sah, wie der Hirsch mit ihr über den Neckar leicht und sicher hinüberschwamm und drüben verschwand.

DEr Schweidnitzer Ratsmann
Nun sass der ganze Rat zusammen, trug die Sache vor und schloss dahin, falls man den Dieb herausbringen würde, so sollte er oben auf den Kranz des hohen Ratshausturms gesetzt und verurteilt werden, entweder oben zu verhungern oder bis auf den Erdboden herabzusteigen.

Karls Heimkehr aus Ungerland
Der Bischof liess sich zwei Kerzen von Knechten tragen, die mussten ihm zu dem Dom leuchten; da sah er den Mann auf dem Stuhle sitzen und sprach furchtsam: "Ihr sollt mir sagen, was Mannes Ihr seid, geheuer oder ungeheuer, und wer Euch ein Leids getan, dass Ihr an dieser Stätte sitzet?"  Da hob der Köing an: "Ich war Euch  wohlbekannt, als ich König Karl hiess, an Gewalt war keiner über mich!" 

Der Rosenstrauch zu Hildesheim
Er sandte seine Diener aus, um das Kreuz zu suchen, und gelobte, an dem Orte, wo sie es finden würden, eine Kapelle zu bauen.
 
Das Rad im Mainzer Wappen
Andere fügen hinzu, Willegis habe, von Demütigkeit wegen, ein hölzernes Pflugrad stets an seiner Bettstätte hangen gehabt.
 
Der Markgräfin Schleier
Agnes, Kaiser Heinrichs IV. Tochter, stand mit Leopold dem Heiligen Marktgrafen von Ostreich, den achten Tag ihrer Hochzeit an einem Fenster der Burg und redete von der Stiftung eines Klosters, um die ihm Agnes anlag. Indem kam ein starker Wind und führte den Schleier der Marktgräfin mit sich fort.

Ludwig der Springer
...unterdessen gewahrte Ludwig unten seines Dieners mit den zwei Pferden, da lief er zum Fenster und sprang durch den hohen Stein in die Saale hinab. Der Wind führte ihn, dass er hart ins Wasser fiel, da schwemmte der Diener mit dem ledigen Hengst zu ihm. Der Landgraf schwang sich zu Pferd, warf der nassen Kleider ein Teil von sich und rannte auf seinem Weissen Hengst, den er den Schwan hiess, bis gen Sangerhausen. Von diesem Sprunge heisst er Ludwig der Springer.

Ludwig Ackert mit seinen Adligen
Da nahm er sie und führte sie zu Felde und fand auf dem Acker einen Pflug, darein spannete er die ungehorsamen Edelleute je vier, ahr (riss, ackerte) mit ihnen eine Furche, und die Diener hielten den Pflug; er aber trieb mit der Geissel und hieb, dass sie sich beugten und oft auf die Erde fielen.

 Doktor Luther zu Wartburg
...aber als der Teufel ihn versuchen wollte, griff Luther das Tintenfass, aus dem er schrieb und warf's dem Bösen an den Kopf.
 
 Landgraf Philips und die Bauersfrau
Landgraf Philips pflegte gern unbekannterweise in seinem Lande umherzuziehen und seiner Untertanen Zustand zu forschen. Einmal ritt er auf die Jagd und begegnete einer Bäuerin, die trug ein Gebund Leinengarn auf dem Kopfe...