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Thursday, February 16, 2017

Moritz Kennel: Illustrationen für VIER VON DER TANKSTELLE von Max Paul

Bücher aus den Fünfzigerjahren -  das gilt für die Illustratoren wie für die Autoren - sind meist schon in Vergessenheit geraten. Es ist ja auch ein Anliegen dieses Blogs gelegentlich ein vergessenes Exemplar herauszugreifen und den Staub der Vergessenheit wegzublasen. Dies sei hier getan mit Max Pauls Vier von der Tankstelle illustriert von Moritz Kennel. Max Paul ist ein Pseudonym für den 1916 geborenen Max Reck. Der Autor vertseckte sich noch hinter einem anderen Pseudonym, nämlich Max Morell.
Über sein privates Leben liegt wenig Gesichertes vor. Es war durch seine schriftstellerische Leidenschaft für den Kriminalroman bestimmt. Bekannt sind 21 Bücher und 15 Heft-Romane: als Max Morell 15 Bücher und 15 Hefte. 1 Krimi als Fred Morell. 2 Krimis als Fred Morand und 3 Bücher als Max Paul.

Auf deren Rand sassen in einer Reihe, wie die Spatzen auf den Telefondrähten, zwei Buben, ein Mädchen und ein Rauhhaardackel.Alle guckten gespannt dem Auto entgegen.


Ganz in der Nähe der Sattlerei aber - Willis Vater war Sattlermeister -  umringte eine Anzahl Kinder ein höchst bemerkenswertes Gedährt. Es war nicht mehr und nicht weniger ale ein Liliput-Rennwagen, den Hausi, der Sohn des Garagisten, selber gebaut hatte.

In das Geheimnis der ausgegrabenen Kette kam Licht, als Kletter-Willi seinen Fund den Eltern unterbreitete.

Sternlein und Kletter-Willi kehrten ihm den Rücken zu, sie kauerten vor dem grossen Stein, um den herum sie das Motorboot dirigierten.


"Es bereitet keine Schwierigkeiten, an die Garage heranzukommen!" sagte eine leise Stimme."Aber mit den Sicherheitsschlössern müssen wir erst noch fertig werden!" kam die Antwort.


Nun schaute oben aus dem Sack Bobbys Kopf heraus.

Kletter-Willi wandte schnell den Kopf und bemerkte einen grossen Mann mit weissem Vollbart, der direkt auf ihn zukam.

Und so sah er denn auch sofort die beiden Männer, die an der Türe hantierten. "Wir werden jetzt sogleich das letzte Schloss offen haben!" sagte der eine. "Und in ein paar Minuten ist alles getan!"
"Ja, Huberts Wagen und er selber sind für das Rundstreckenrennen erledigt!" tönte es schadenfroh zurück.


Der Zwerg lächelte gütig,  sagte Simsalabim und noch ein paar andere fremdartige Worte und berührte den Knaben mit der Haselrute. Im nächsten Augenblick war aus ihm ein Kater geworden.

Er hatte sich im Traum herumgewälzt und war auf den Boden gefallen.

Nun erzählte erst einmal Raketen-Housi, was er erlebt hatte, und dann gab Kletter-willi seine Geschichte zum Besten.

Plötzlich legte sich eine schwere Hand auf seine Schulter und eine tiefe Stimme befahl: "Schau mir einmal in die Augen!"

Der arme Rübezahl hatte also die ganze Nacht auf der Bank an der Weissburgstrasse gesessen und aufgepasst,....

Raketen-Hausi starrte den Mann entgeister an. Sein Herz klopfte plötzlich bis zum Halse hinauf. "Einauge!" dachte er. "ich habe in jener Nacht also keine Gespenster gesehen!"

"Ja, gewiss! Hör gut zu: Ich bin dem Grauen und dem Einauge auf der Spur. Sie sitzen im Café.

 "Jetzt gucke mal um die Ecke!" flüsterte er. "Am Tisch, der uns am nächsten steht, sitzt so ein Kerl, schief wie der Turm von Pisa...



Ganz gemächlich spazierten sie dahin, schlugen den Weg zum Seeufer und folgten diesem.

...und turnte gewandt wie ein Affe von Ast zu Ast dem Stamm nach hinauf.


Raketen-Hausi sass schon bei der Tankstelle.

Über diesen schritt eben die alte Eierfrau mit ihrem grossen Korb....Das alte Weiblein ging geschäftig und mit frommer Miene dahin, als Bobby hinter dem Sattlerhaus hervorschoss und blind vor Entsetzen der Eierfrau genau zwischen die Beine fegte. Ein gellender Schrei erscholl.


Am meisten tat sich eine Frau hervor, die eine Bratpfanne in der Hand hielt.

 Barfuss, nur mit Hemd und Hose bekleidet, stand Rübezahl dort am Herd und rührte in einer Pfanne.



Nun fing er an, den Grauen und Einauge zu betrachten. Zuweilen kreuzten sich ihre Blicke. Die Fremden wurden gleich misstrauisch.

"Der spaziert heute nacht nicht herum!" lächelte Einauge zufrieden.


"Er wird Verspätung haben!" sagten sie zueinander und setzten sich.


Er benutzte wieder einmal "den Lift". Gewandt wie ein Affe, die Sandalen im Sportsack, den er sich auf den Rücken gehängt hat, stieg er am Leitungsrohr vom Gesims zur Erde.

Hinter den Stämmen hervor sah man unbehindert zur Garage. Im matten Licht der Sterne war zu erkennen, dass sie geschlossen war.





Hausis Hand zitterte, als er mit seinem Feuerzeug die Lunte der Rakete in Brand steckte.

So kam er auf die andere Seite des Gebäudes, wo der Weg zum hohen Gartentor hin führte.

"Was  seh'   ich da, was seh' ich da....!" sagte er geniesserisch und schnalzte mit der Zunge, wie es Bobby beim Anblick eines leckeren Knochen zu machen pflegte. "Das ist die Wegzehrung, die mir armen Wandersmann gerade noch gefehlt hat!". fuhr er darauf fort und begann ohne zu zögern aufs Fass zu steigen, um sich einen Schinken herunterzulangen.

Als die beiden Familien das Auto wieder bestiegen, lehnte der alte Rübezahl am Gartentor und winkte ihnen zu.




Der Beifall, der überall auf der Strecke die Menschen und Wagen umprasselte, war gewaltig. Lautsprecher verkündeten der Ruhm des Alten und der Kinder.

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